Kleiderschrank: woran der Preis hängt

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Beim Kleiderschrank steckt der Preis in Millimetern: in der Stärke der Platten, in der Rückwand und in den Beschlägen, die die Türen tragen.

Geöffneter Kleiderschrank mit Kleiderstange und Einlegeböden in einem Schlafzimmer

Ein Kleiderschrank ist eine Kiste mit Türen, und trotzdem liegen zwischen zwei Schränken mit identischen Außenmaßen ganze Preisklassen. Der Grund ist, dass fast alle preisbestimmenden Merkmale an Stellen sitzen, die man im geschlossenen Zustand nicht sieht.

Der Korpus

Fast jeder Kleiderschrank besteht aus Holzwerkstoff, meist beschichteter Spanplatte oder MDF. Entscheidend sind drei Dinge: die Stärke der Platten, die Ausführung der Kanten und die Rückwand.

Dünne Seitenwände geben bei voller Beladung nach, dünne Böden hängen über die Breite durch. Umleimer aus Papier lösen sich an den Griffkanten früher als ABS-Kanten. Und eine eingenutete Rückwand versteift den ganzen Korpus, während eine dünne, aufgenagelte Hartfaserplatte das nicht leistet.

Bei Holzwerkstoffen ist zusätzlich die Emissionsklasse relevant. E1 ist im deutschen Möbelhandel der Normalfall; Anbieter, die darunter bleiben, weisen das in der Regel aus.

Die Beschläge

Türen sind das bewegte Teil und damit das Verschleißteil. Bei Drehtüren entscheiden Anzahl und Bauart der Scharniere sowie die Frage, ob eine Dämpfung verbaut ist. Bei Schiebetüren zählt die Laufschiene: obenlaufende Systeme brauchen einen stabilen Rahmen, untenlaufende sammeln Staub in der Schiene.

Schiebetüren kosten mehr als Drehtüren und schenken dafür Standfläche vor dem Schrank. Sie geben aber nie den vollen Innenraum auf einmal frei, weil immer eine Tür hinter der anderen steht.

Die Innenausstattung

Kleiderstangen, Einlegeböden, Schubkästen und Auszüge sind der Posten, der sich am leichtesten unbemerkt aufaddiert. Bei Schubkästen ist der Unterschied zwischen Teilauszug und Vollauszug spürbar, ebenso zwischen einer verleimten Schublade und einer nur geklammerten.

Was oft nicht im Preis steht

Der Aufbau. Ein großer Schrank ist eine Zweipersonenarbeit über mehrere Stunden, und bei Schiebetürsystemen kommt das Ausrichten dazu. Ebenfalls zu klären: ob der Schrank im Raum aufgestellt oder liegend montiert und dann aufgerichtet werden muss, denn dafür braucht es Deckenhöhe und Platz.

Die Fragen, die du stellen kannst

  • Wie stark sind Seiten, Böden und Türen?
  • Ist die Rückwand eingenutet oder aufgesetzt?
  • Welche Kantenausführung haben die Sichtkanten?
  • Sind die Scharniere gedämpft, und sind die Auszüge Vollauszüge?
  • Wird der Schrank geliefert, aufgebaut und ausgerichtet, oder nur geliefert?

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